Unsere Ziele sind vielfältig:
| 1. Sozial: | Wir filzen gemeinsam einen Riesenteppich mit den Händen und Füssen vieler Mitmenschen. |
| 2. Kulturell: | Wir verbinden alte Traditionen mit neuen Mitteln und fördern das Filzen, Spinnen, Stricken und Weben. |
| 3. Spirituell: | Wir kombinieren sinnvolles Tun mit Spass und verringern den Gegensatz zwischen Arbeit und Vergnügen. |
| 4. Oekologisch: | Wolle ist eine wunderbare Naturfaser: nachwachsend, biologisch, einheimisch. Zur Verarbeitung braucht es nur wenig Energie. |
| 5. Wirtschaftlich: | Wir fördern den Wollverbrauch, indem wir grosse Mengen verarbeiten und unterstützen Kleinbauern statt Grossproduzenten. |
| 6. Politisch: | Wir unterstützen dezentrale und nachhaltige Produktion, und bremsen Spezialisierung und Machtkonzentration. |
| 7. Psychologisch: | Der Prozess ist ebenso wichtig wie das Produkt. Wir sind Teil bewusster universeller Vernetzung. |
| 8. Gesundheitlich: | Die Füsse brauchen Verbindung zum Boden und die Meditation einen Platz im Alltag. |
| 9. Zukunfts-Aspekt: | Die alten Handwerks-Techniken und Erfahrungen dürfen nicht verloren gehen. Wir geben sie weiter. |
“Sich seinen Lebensunterhalt verdienen mit Handwerk
und Heimarbeit gibt Freude und Befriedigung.
Es ist von grosser Bedeutung, diese Fähigkeiten
an die zukünftigen Generationen weiterzugeben.”
Mahatma Gandhi
3.2 Fragen & Antworten
"SueSanna, Du hast den Begriff "Wollness" geprägt, was willst Du damit sagen?"
“Selbstversorgung ist nicht komplett, wenn nicht auch für die Kleidung und Werk-zeuge gesorgt wird. An erster Stelle stehen natürlich schon: ein geschützter, warmer Wohnraum und gesunde Ernährung aus der Umgebung oder dem eigenen Garten etc. Ich habe mit meiner fünfköpfigen Familie auf einer Insel in Irland und den West-Indies, sowie auf Segelschiffen und jahrelang ohne fliessendes Wasser, Strom, Telefon und Einkaufsmöglichkeiten gelebt. Da habe ich mich immer wieder aufs Spinnnen, Filzen, Stricken, Weben und Dinge-Selbermachen verlassen müssen, um uns warm oder kühl zu kleiden und einzurichten.
Sehr dankbar bin ich, Menschen begegnet zu sein, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit mir geteilt und handwerkliche Tipps an mich weitergegeben haben. Das nenne ich “Wollness”.
So bin ich jetzt bereit, meine Fertigkeiten an interessierte Menschen weiterzugeben und sie zu inspirieren und ihnen Mut zu machen.
Es ist mein Anliegen, dass motivierte Leute sich wieder Zeit und Geduld nehmen und sich mit neuer Energie den traditionellen Handwerken zuwenden.
Ich arbeite am liebsten mit einheimischen Naturfasern: Schafwolle, Hanf und Flachs, aber manchmal auch mit Baumwolle, Brennesseln, Seide, Soya- und Bambusfasern, (sogar mit Kunstfasern) und verwende dazu selber hergestellte Werkzeuge (Riesen-, Rund- und Mini-Stricknadeln, Holzspindeln und Strick-Tricks).
Recycling ist mir wichtig – auch aus Plastiksäcken, Veloschläuchen und Elektrokabeln lasst sich etwas Gutes herstellen. Es geht mir darum, die alten Traditionen (allenfalls kombiniert mit moderner Technologie Solarspinnrad !) anzuwenden und zu fördern.
Wer weiss, vielleicht sind wir eines Tages froh, wenn sie nicht ausgestorben sind !”